FB Pflegehelfer 1 2011/12 - Presseartikel

FREIE PRESSE AM 29.08.2011

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Für 2020 wird bundesweit ein Bedarf von rund 400.000 Pflegekräften prognostiziert. Vor diesem Hintergrund beginnt in Zschopau heute ein Fortbildungskurs.

Von Gudrun Müller


Zschopau/waldkirchen - Seit acht Jahren pflegt Sandra Kramer, Jahrgang 1982, ihre Oma. Die junge Waldkirchnerin freut sich, wenn sie ihrer pflegebedürftigen Großmutter helfen kann und diese dankbar auf die Zuneigung und Betreuung reagiert. Irgendwann ist bei der jungen Frau der Gedanke entstanden, diese Aufgabe zum Beruf zu machen. Denn sie musste ihre Ausbildung in der Landwirtschaft nach einem Unfall abbrechen und lebt nun von Hartz IV, schildert sie: "Ich könnte mir schon vorstellen, in einem Pflegeheim zu arbeiten und ältere Menschen zu betreuen. Das wäre eine Arbeit, die mich ausfüllen würde."


Deshalb beginnt sie heute mit zehn weiteren Teilnehmern eine Fortbildung zur Pflegehelferin bei dem Zschopauer Bildungsverein Euraka. "Immer wieder hören wir in der Region, dass Pflegekräfte fehlen, vor allem Fachkräfte, aber auch Hilfskräfte", sagt die stellvertretende Euraka-Vereinsvorsitzende Waltraud Kirschner. Ein bundesweites Problem: In einer vor wenigen Tagen bekannt gewordenen Studie geht das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft bis 2020 von einem Gesamtbedarf von rund 400.000 zusätzlichen Pflegekräften in Vollzeittätigkeit aus. Der Zschopauer Euraka-Verein will dem begegnen. Er bringe als Voraussetzung Erfahrungen in der Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen sowie Kontakte zu stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen im mittleren Erzgebirge mit, erläutert Waltraud Kirschner. Viele Einrichtungen hätten sich schon bereit erklärt, Praktikanten aufzunehmen und ihnen Wissen zu vermitteln.


Es gebe zwar für Pflegehelfer in Sachsen noch keine Ausbildung mit einem anerkannten Abschluss, aber der Lehrplan würde sich an eine derartige Ausbildung im Land Thüringen orientieren. Basiswissen zur Pflege älterer und kranker Menschen wird vermittelt, ebenso die praktische Anwendung von Pflegemaßnahmen. Dafür verfüge der Verein über technische Pflegehilfsmittel und Materialien. Dozenten aus medizinischen Einrichtungen halten den Unterricht.


Die Ausbildung erfolgt fünfmal wöchentlich in Vollzeit, die Kosten von etwa 4000 Euro pro Teilnehmer übernehmen die Arbeitsagentur und die Jobcenter. Zum Abschluss der Qualifizierung Mitte Mai kommenden Jahres erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat und eine Bescheinigung für die Zusatzqualifikation zur Betreuung von Demenzkranken. Für Sandra Kramer steht fest: "Ich will mich dahinterklemmen, dass es auch mit einem Job klappt."


KontaktWer sich für die Ausbildung zum Pflegehelfer interessiert, kann sich beim Euraka-Bildungsverein Zschopau melden, Telefon: 03725 343674; E-Mail: euraka-bildungsverein@t-online.de